Freitag, 29. April 2005
Besser ist das so
Gestern nach der Probe hat unsere Chorleiterin beschlossen, die Motette für unsere Englandreise aus dem Programm zu nehmen, was ich nur begrüßen kann.
Die Intonation sehr bescheiden, nicht mal die richtigen Töne haben die Mädels u. Jungs bisher drauf. "Jesu meine Freude" wäre nicht zur Freude der Zuhörer gewesen. Vielleicht geschieht dadurch ja ein Umdenken was die Masse der zukünftigen Programme betrifft (zu wenig Zeit für zu viele Stücke).

Was mir bei so einem straffen Programm auch fehlt, ist die Zeit, sich auch einmal mit der Geschichte der einzelnen Stücke auseinander zu setzten. Leider bin ich auch selber zeitlich so unter druck, dass ich mich nicht selber informieren kann.
In welcher Verfassung hat sich der Komponist gerade befunden, war er zu dem Zeitpunkt krank, war er verliebt, gab es einen Umsturz in der Regierung. Der Alltag das spielt immer mit ein. War es eine Auftragsarbeit, wie lange hat er daran geschrieben, wie fand er seine Komposition selber.
Dann kommt noch der musikalische Aspekt dazu. Warum gerade an dieser Stelle eine Überleitung zu einem andern Thema, wieso der Text gerade in dieser Stilform, weshalb lässt uns unser Dirigent die Stelle so interpretieren, u.s.w.

Ich habe kein Gefühl für die Stücke entwickelt, ich sing sie halt "runter" (musikalisch versteht sich ;). Mir fehlt das tiefere Gefühl dabei, das ich z.B. bei Mendelssohns "Elias", Orffs "Carmina" oder beim "Mozart Requiem" hatte. Bei diesen Stücken war die Probenarbeit intensiver, es war mehr Zeit da und unser Dirigent erzählte uns z.B. auch Begebenheiten dazu.

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